Ischias-Schmerzen beginnen in der Hüfte und ziehen bis in den Fuß. Schuld ist in den meisten Fällen eine verschobene Bandscheibe. Sie drückt auf den Nerv und dieser reagiert mit Schmerz. Die bohrenden, dumpfen, zum Teil äußerst heftigen Schmerzen, die vom Ischiasnerv ausgehen, sind also nicht die eigentliche Krankheit, sondern das Symptom für Probleme der Wirbelsäule.
Manchmal hat der Betroffene Glück und die Schmerzen verschwinden nach wenigen Tagen wieder von allein. Sollte das jedoch nicht der Fall sein oder die Beschwerden in bestimmten Abständen immer wieder akut auftreten, ist es an der Zeit einen Arzt aufzusuchen. Auch Probleme bei der Kontrolle von Darm und Blase oder ein Taubheitsgefühl in den Extremitäten erfordern sofortige Vorstellung beim Arzt. Dieser wird Schmerztabletten verordnen oder mit einer Spritze die akute Schmerzphase lindern. Das Wichtigste ist nämlich, dass Sie trotz der Einschränkungen beim Gehen, aktiv bleiben.
Kurze Ruhephasen, bei denen Sie am besten die sogenannte Stufenlagerung einnehmen, sind völlig in Ordnung. Dafür legen Sie sich auf eine gerade Unterlage, wie beispielsweise eine feste Matratze und legen die Unterschenkel auf einen umgedrehten Stuhl oder einen Hocker. Diese Haltung entlastet die Bandscheiben und nimmt ein wenig den Druck vom Ischiasnerv. Bleiben Sie keinesfalls den ganzen Tag liegen! Am besten nehmen Sie Ihren normalen Tagesablauf, soweit es geht, wieder auf und versuchen jegliche Schonhaltung zu vermeiden.
Haben die Schmerzen nach einigen Tagen hinreichend nachgelassen, sollten Sie unbedingt mit geeigneten Sportübungen beginnen. Alle Aktivitäten, die schonend die Wirbelsäule stärken, sind hierfür bestens geeignet. Ist die Wirbelsäule gesund und kräftig, hat nämlich auch der Ischiasnerv nichts auszustehen. Wassergymnastik, Fahrradfahren in aufrechter Haltung und Kräftigungsübungen sind beispielsweise sehr gut geeignet. Wer nicht allein üben möchte oder fachliche Anleitung sucht, sollte ein Fitnessstudio aufsuchen. Die meisten Studios bieten ganz spezielle Programme zur Rückenstärkung an. Außerdem lernen Sie dort unter Anleitung eines erfahrenen Trainers, rückengerechtes Verhalten im Alltag. Ob morgendliches Aufstehen aus dem Bett, das Tragen von Getränkekisten, Bücken beim Putzen der Wohnung und vieles mehr, kann man mit dem notwenigen Wissen äußerst rückenschonend erledigen. Und wer weiß? Vielleicht wird sich Ihr Ischiasnerv nie wieder melden.